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Online-Publikation vom 27. Juli 2026. Letzte Aktualisierung am 12. August 2026. Korrekturen, Ergänzungen und ein besseres Foto an mail[at]peter-lehmann.de sind willkommen. Gesucht sind auch Erwin Papes Manuskripte »Autoritätsgeprägtheit – die Krankheit der Deutschen«, »Anna Weiss und der psychiatrische Holocaust«, »Verwahrungsrecht« (in: Türspalt) und »Seele/Psyche und Psychiatrie als politisches und militärisches Instrument«.

Erwin PapePeter Lehmann

Erwin Pape (1924-1989) – Pionier der humanistischen Antipsychiatrie

Erwin Pape war ein humanistisch orientierter unangepasster Psychiatriebetroffener. Er kritisierte den psychiatrischen Krankheitsbegriff und speziell die Diagnose ›Schizophrenie‹ als unwissenschaftliches Konstrukt und warnte vor der psychiatrischen Gewaltbereitschaft und -anwendung als einer allgegenwärtigen Bedrohung. Als Psychiatriebetroffener kämpfte er für die Durchsetzung seiner Menschen- und Bürgerrechte und engagierte sich speziell für die Aufklärung über Risiken und Gefahren von Elektroschocks und dessen Ächtung.

Kindheit, Familie, Ausbildung

Geboren war Erwin Pape laut seiner Selbstdarstellung 1924 als Sohn eines selbstständigen Schuhmachermeisters und einer Damenschneiderin östlich der Oder im Altreich, das heißt, in einem der damaligen Länder jenseits der Oder.. In seinen Schriften nannte er als Berufe Leutnant zur See a.D., Dipl.-Sozialwirt, Sozialpädagoge, Fachhochschullehrer für Sozialpsychiatrie, Sozialverwaltung, Recht und Politik sowie »mehrfach grob rechtswidrig verhinderter Professor für Sozialmedizin/-psychiatrie an der Fachhochschule Wiesbaden«. Zeitweise arbeitete er auch im Bergwerk und im Langholztransportgewerbe, um den Lebensunterhalt für sich und seine Familie zu sichern. Sein älterer Bruder war Schuhmachergeselle, im Zweiten Weltkrieg Soldat, wurde wegen besonderer Leistungen zum Offizier befördert und kam darin zu Tode.

Erwin Pape schloss die Schule mit dem Kriegsabitur ab, wurde aber nicht zum Studium zugelassen, sondern im Krieg U-Boots-Wachoffizier. 1947 wurde er zwangspsychiatrisiert und sieben Jahre lang in der Psychiatrie gefangengehalten. Nach seiner Anstaltsentlassung und einem einjährigen Aufenthalt in einer Lungenklinik begann er ein erstes Hochschulstudium, später folgten weitere Studien und Ausbildungen. Aufgrund fortwährender Diskriminierung als ›potenziell gemeingefährlicher psychisch Kranker‹ wurden ihm trotz bester Referenzen jegliche angemessene Einstellungen verwehrt (Pape 1981[a]).

Psychiatrisierung und menschenrechtsverachtende psychiatrische Behandlung

Seine Psychiatrisierung beschrieb Erwin Pape in seinem Artikel »Selbstdarstellung: Der BRD-Rechtsstaat und ich«, wobei er auf Einträge in seine Irrenanstaltsakte zurückgriff. Ihren Einblick wollten ihm die Psychiater mit der stereotypen Begründung verwehren, die Kenntnis der Akte würde seinem Gesundheitszustand schaden. So musste er das Einsichtsrecht erst mühsam – über einen Zeitraum von acht Jahren – auf gerichtlichem Weg durchsetzen.

Wie er schreibt, wurde er im Herbst 1949, ein Jahr nach einem Suizidversuch, unter völliger Nichtachtung polizeirechtlicher Vorschriften, Grundrechten und Verfassungsnormen seiner Freiheit beraubt und in eine Psychiatrische Anstalt verbracht. Als Anlass nannte er nur, dass er ruhig und sachlich gegenüber konservativen Polizei- und Medizinalbeamten mit den Freiheitsrechten und dem Sozialstaatsprinzip argumentiert habe:

»Polizei (Anstaltsakte): Er fühlt sich ›zum Führer einer neuen Freiheitsidee berufen‹! Kath. Arzt (Urkunde): ›... Pat. ist orientiert über Ort, Zeit, Raum und Personen. ... Er hat Wahnideen, glaubt, er müsse als Sozialreformer die Welt bekehren ... Schreibt Gedichte in richtigem Versmaß ... ist ruhig, lässt sich gut leiten...‹ Aus letzterer Formulierung machte der Amtsarzt (ohne mich gesehen zu haben): ›... Da er in seinem Erregungszustand für sich und seine Umgebung eine Gefahr bedeutet, ... baldmögliche Unterbringung des Erkrankten in eine Heil- und Pflegeanstalt ... notwendig. (Beweis: LG Oldenburg 4 O 636/78)‹

Während schriftliche tägliche Berichte verschiedener Irrenwärter mir einhellig über Tage gemäßigtes situationsadäquates Verhalten bescheinigten, machte der Ärztliche Anstaltsdirektor daraus (ohne mich gesehen zu haben): ›wegen eines akuten schizophrenen Schubes mit Erregungszuständen, Wahnideen .... weiteres Verbleiben in einer geschlossenen Anstalt ... dringend erforderlich, da er außerhalb derselben für sich und seine Umgebung eine erhebliche Gefahr bedeuten würde.‹« (ebd., S. 170)

Die Behandlung entsprach dem Stil der Zeit. Gleich zu Beginn verabreichte man ihm das Barbiturat Luminal (Wirkstoff Phenobarbital). Mit dessen Einsatz waren Psychiatrisierende vertraut. Ihre Kollegen ermordeten wenige Jahre zuvor in dem von Hitler gewährten Freiraum systematisch Menschen mit psychiatrischen Problemen und Diagnosen. Erwin Pape beschrieb seine psychiatrische Behandlung:

»Neben Fütterung mit Luminal (Gift, das zugleich lähmt und sensibilisiert), über hundert Schockbehandlungen (schon nach 4 Schocks werden Hirngewebsschädigungen deutlich) – sämtlich mit Komplikationen, Körpergewichtsreduzierung über Jahre auf 35 kg (obgleich die Todesschwelle von Medizinprofessoren als bei 39 kg liegend angesehen wurde), langfristig nackt in einer verriegelten Einzelzelle auf Strohsack am Steinfußboden (kein Hemd, kein Laken, kein Topf für Exkremente o. Ä.), fünf Löcher mit fauligen Rändern auf dem Rücken (Dekubitus, hier war mein Vorgänger – nächtlich periodisch laut brüllend – bei lebendigem Leibe langsam verfault.« (ebd., S. 171)

Mehrere Fluchtversuche Erwin Papes scheiterten, die weitere Behandlung des Widerständigen verlief wie folgt:

Erwin Pape
Mit Peter Breggin beim Symposium »NS-Psychiatrie, Elektroschock, Psychopharmaka und Psychoanalyse: Lehren für die Zukunft« am 26. September 1988 an der Technischen Universität Berlin (West)

»Brechung meines Hungerstreiks mittels Einflößen von Brei per Schlauch durch die Nase – fahrlässig in die Luftröhre (Folge: Lungenabszess (abgekapselte, von entzündetem Gewebe umgebene Eiteransammlung in einem durch Absterben von Lungengewebe entstandenen Lungenhohlraum), infektiöse Herzschädigung usw.). Unter Tuberkuloseverdacht verlegt in eine andere Anstalt, die einen Röntgenapparat hatte. Nachdem zwei Ärzte schriftlich mehrfach dokumentiert hatten, dass ›mit Sicherheit‹ eine Tbc nicht vorlag, Unterbringung durch dieselben Ärzte auf einer geschlossenen Tbc-Station (mit Herzschädigung, Lungenabszess, 39 kg), wo sich rd. 20 Patienten – mit und ohne Tbc – an einem einzigen Laken – trotz ausreichend vorhandener Handtücher – aus erzieherischen Gründen gemeinsam abtrocknen mussten.

Mein Protest und Widerstand gegen diese vorhersehbare Tbc-Infizierung (Akte: ›blindwütige‹ Tätlichkeit gegen den Stationsarzt nach Ablehnung meiner Verlegung) wurde mit Elektroschockserien beantwortet – Wirbelbruch! Der Wirbelbruch wurde vom Stationsarzt erkannt, ohne röntgenologische Abklärung und ohne Beiziehung eines anderen Arztes sechs Wochen lang gezielt behandelt – aber nicht in die ›Krankengeschichte‹ eingetragen!« (ebd.)

Nach sieben Jahren endete seine anstaltspsychiatrische Leidenszeit. Die entstandene Lungentuberkulose machte allerdings 1955/56 ihre einjährige stationäre Ausheilung notwendig. Dabei wurden zwei Löcher in der Lunge sowie Streuungen und nebenbei auch der elektroschockbedingte Wirbelbruch festgestellt.

Wie Erwin Pape im Sommer 1989 mitteilte, stellte man bei ihm außer Nierenfunktionsstörungen ein 3 x 3 x 5 cm großes Meningiom (von den Hirnhäuten ausgehender Tumor) an der Schädelbasis fest. Ob dieser Tumor Folge der vielen erlittenen Elektroschocks war, ist nicht bekannt. Da der Tumor durch sein Wachstum Nerven des rechten Auges zunehmend einschnürte (Pape 1989[a]), drang er auf eine Operation zur Entfernung des Tumors. Im Wissen, dass diese Operation tödlich enden könnte, unterzog er sich gegen Ende 1989 dem Eingriff, überlebte ihn jedoch nicht. Er starb am 25. Dezember 1989.

Psychiatrische, juristische, politische und soziale Diskriminierung

Erwin Papes lebenslange Diskriminierung begann mit Beginn der Anstaltsunterbringung. Seine Intelligenz sei laut seinem Stationsarzt und dessen Chef auch für einen Studenten als weit über dem Durchschnitt liegend anzusehen, aber, so die Erklärung des Erstgenannten gegenüber seinem Patienten: »Nicht Schuhmacher werden zu wollen, das ist Ihre Krankheit...« (zitiert nach ebd.) Die formelle psychiatrische Gewalt brachte Erwin Pape an den Rand des Todes und hinterließ massive körperliche Folgeschäden: chronische Bronchitis/Enphysem (Lungenblähung durch kaputte Lungenbläschen) auf der Basis kavernöser (von Hohlräumen durchzogener) Lungen-Tbc und Lungenabszess, Wirbelbruch mit Deformierung; Osteoporose (Knochenschwund), Lordose (Krümmung der Wirbelsäule nach vorne), Skoliose (dreidimensionale Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule).

Eine Klage auf Schadenersatz wollte man dem mittellosen Psychiatriegeschädigten jedoch verwehren. Zuerst verweigerte man ihm das Armenrecht. Als er später vor dem Landgericht über einen Armenanwalt einen Schadenersatzantrag von 68.000 DM stellte, wurde die Klage als verjährt abgewiesen. Erfolglos blieb auch seine Petition an den schleswig-holsteinischen Landtag zur Teil-Entschädigung der behandlungsbedingten Körper- und Folgeschäden. Man schickte ihm die Petition unbeschieden zurück.

1962 schloss er sein erstes Hochschulstudium ab. Eine ordentliche Einstellung erhielt er nie. Wie er per Zufall herausfand, gab es im Zentralregister der Polizei den – ihm gegenüber zuvor bestrittenen – Vermerk »3.2.1954 .... Entmündigung wegen Geisteskrankheit« (ebd., S. 174). Die Aufhebung der Entmündigung 1955 war jedoch nicht registriert. Mit gefälschtem Lebenslauf erlangte er allerdings gelegentlich eine Stelle, wurde jedoch stets am Ende der Probezeit trotz bescheinigter überdurchschnittlicher Leistungen ohne Angabe von Gründen entlassen. Die Bundesanstalt für Arbeit verweigerte ihm die Teilnahme an einer Referendarausbildung zum Assessor, obgleich er, so seine Worte, »mit dem Hauptprüfungsfach ›Arbeits- und Sozialrecht‹ im sozialwissenschaftlichem Studium (Neuere Geschichte, Politik, Soziologie, Psychologie, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften und mit der Referenz eines potenten Landessozialgerichtspräsidenten eine bessere Vorbildung mitbrachte als die von ihr akzeptierten Juristen« (ebd.).

Beim Verfassen seiner Selbstdarstellung 1981 blickte Erwin Pape auf 19 Jahre Arbeitslosigkeit zurück. Bis zu seinem Tod kamen noch weitere acht Jahre hinzu. Während all dieser Jahre schloss er ein zweites Hochschulstudium mit Promotionsbefürwortung und noch ein drittes Studium erfolgreich ab. Als er sich immer wieder bei Hochschulen an Bewerbungsverfahren beteiligte, wiederholte sich seine Diskriminierung. Wie bereits erwähnt, wurde er trotz Nominierungen zum Hochschullehrer – obwohl, so seine Worte, als bestgeeignet erkannt – jeweils ohne Begründung beiseite geschoben.

Seine Selbstdarstellung schloss er mit einem an den Jesuiten-Wahlspruch »Ad maiorem Dei gloriam« (Zur größeren Ehre Gottes«) angelehnten sarkastischen »Ad maiorem medicinae et medicorum gloriam« (Zur größeren Ehre der Medizin und der Ärzte) ab:

»Die Familie (ich habe zwei überdurchschnittlich begabte Töchter) ging bei alledem kaputt, und ich weiß nun, wie es kommt, dass sog. Geisteskranke mit Attentaten auf Beamte (oder auch auf unbeteiligte Dritte in ungezielter Entlastung ihres – auch objektiv gesehen – unerträglichen Frustrationsstaus) ihre angebliche Geisteskrankheit ›beweisen‹ (Ad maiorem medicinae et medicorum gloriam!).« (ebd., S. 176)

Gegen psychiatrische Gewalt

1972 erschien in deutscher Übersetzung das Buch »Asyle – Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen« des kanadischen Soziologen Erwing Goffman. Dieser verwandte darin den Begriff der ›totalen Institution‹ für soziale Einrichtungen, die die Lebensäußerungen der zu ihnen gehörenden Individuen umfassend regeln, beispielsweise Strafanstalten, Klöster, Internate und Psychiatrische Anstalten. Die zentrale These Goffmans zur Psychiatrie war, dass der wichtigste Faktor, der psychiatrische Patienten prägt, nicht ihre (diagnostizierte) Krankheit ist, sondern die Institution, der sie ausgeliefert sind. Angeregt durch Goffmans Buch verfasste Erwin Pape noch im selben Jahr den Text »Die westdeutsche Psychiatrische Anstalt als totale Institution«. Dort zeigte er die historischen Einflüsse auf die Entwicklung psychiatrischer Anstaltsbehandlung und Theorien seit dem Mittelalter auf, behandelte die mörderischen Praktiken während des Nationalsozialismus, in dem Psychiater rund 350.000 Menschen wegen angeblicher Erbkrankheiten zwangssterilisieren ließen und dann im Rahmen der ›Euthanasie‹-Verbrechen als Einzelgutachter täglich mehr als 100 Todes-›Fachgutachten‹ (insgesamt 100.000) fertigten. Und er befasste sich mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, in der es möglich war, dass ein als Mörder zur Fahndung ausgeschriebener Psychiater noch jahrelang als Gerichtsgutachter weiterarbeiten konnte (Pape 1972, S. 5). Ausführlich beschrieb Erwin Pape, welche stigmatisierende und entwürdigende Konsequenzen sich aus dem ideologischen Begriff der ›Schizophrenie‹ ergeben, wie dessen Verwendung jegliche auch noch so vernünftige Äußerung der derart Diagnostizierten zum Symptom ihrer behaupteten Geisteskrankheit umgedeutet wird. Wie kein anderer veranschaulichte er an lebensnahen Beispielen die Mechanismen, wie die Persönlichkeit vieler wehrloser Zwangsuntergebrachter gebrochen wird.

Erwin Papes Text »Verwahrungsrecht« (1981[b], 1981[c]) befasste sich mit den Folgen aggressiver Autoritätssucht des autoritätsgeprägten Charakters gegen sozial Randständige im Psychiatrierecht. Beflissene faschistoide Typen hätten es stets verstanden, mit ihrem Gemisch aus eigenen unterschwelligen Ängsten und Relikten der Hexenverfolgung den »Irrenschutz« dahingehend zu interpretieren, dass die Öffentlichkeit vor den sogenannten Irren geschützt werden müsse. Zu allen Zeiten habe die Gewalt in der Psychiatrie der herrschenden politischen Auffassungen der jeweiligen Epoche entsprochen. Bei seiner Betrachtung der historischen Psychiatriegesetzgebung kam er zum Ergebnis, dass seit dem seiner Meinung nach bis heute vorbildlichsten Irrenschutzrecht, das auf Friedrich den Großen (1712-1786) zurückgeht, »bedingt durch Zunahme der Wahnideen bei den Ärzten und Perfektionierung entsprechender Rechtsnormen durch Beamte« (Pape 1981[c], S. 1) eher ein Rückschritt stattgefunden habe.

Psychiatrischer Massenmord

Schon 1972 erläuterte Erwin Pape in seiner Broschüre »Elektroschock ist keine Therapie (Breggin)«, die Psychiatrie vor und nach dem Faschismus unterscheide sich weder terminologisch noch teleologisch (ihre Ziele betreffend) von der Psychiatrie während des Faschismus, höchstens graduell in der Praktizierung:

»Der Nationalsozialismus war nicht Spiritus rector und Motor des Massenmords, sondern nur – mehrfach relativ enttäuschende – Gelegenheit dazu, in den die Psychiatrie entsprechende Wünsche und Hoffnungen hineingetragen hatte.« (Pape 1972, S. 2)

1980 gelang es ihm, dass sein Beitrag »Es war psychiatrischer Massenmord« in das im Psychiatrieverlag erschienene Buch »Der Krieg gegen die psychisch Kranken« aufgenommen wurde. Erneut hatte er eine direkte Verbindung zwischen dem Massenmord unter der Herrschaft der Nazis gezogen, denen die Psychiater oft selbst angehörten. Mitglieder dieser Berufsgruppe ermordeten ihre Patientinnen und Patienten während der T4-Mordaktion mit Vergasung ohne Befehl von ›oben‹, auf eigenen Entschluss hin, und nach Ende dieser Massenmordaktion weiterhin mit den Barbituraten Veronal und Luminal sowie dem Narkosemittel Morphium-Scopolamin oder ließen sie verhungern. Mit seinen Publikationen leistete Erwin Pape einen frühen, von Betroffenen selbst ausgehenden wegweisenden Beitrag zur unabhängigen Aufarbeitung der Rolle der Psychiatrie im Nationalsozialismus.

Ablehnung ideologischer psychiatrischen Begrifflichkeiten

Kritisch blickte Erwin Pape auf die Begrifflichkeiten, mit denen die psychiatrischen Praktiken beschönigt oder als ärztliche Hilfe ausgegeben werden. Ob einfache Bürger oder Ärzte, laut Erwin Pape projizieren sie ihr Wunschdenken und ihre Vorurteile in die Wirklichkeit und tragen so zum Erhalt des Status quo bei. Ohne weiteren Kommentar zitierte er Dr. med. Gerhard Jungmann, ehemaliges NSDAP- und SA-Mitglied und von 1961 bis 1969 stellvertretender Vorsitzender des deutschen Bundestagsausschusses für Gesundheitswesen. Dieser hatte 1968 in der Zeitschrift Parlament 1968 verkündet: »Wir haben ganz hervorragende Psychiatrische Krankenhäuser, man muss wohl besser sagen Kliniken.« (zitiert nach ebd., S. 8)

Konsequent vermied Erwin Pape verschleierndes psychiatrisches Vokabular. Statt von ›Nervenkliniken‹, ›Psychiatrischen Kliniken‹ oder ›Landeskrankenhäusern‹ sprach er von »Klapsmühlen« und »Irrenanstalten«, statt von ›Krankenakten‹ von »Irrenanstaltsakten«. Die Begriffe ›Fachleute‹, ›Fürsorglichkeit‹, ›Geisteskrankheit‹ und ›Schizophrenie‹ verwendete er nur in Anführungsstrichen. Insassen Psychiatrischer Anstalten nannte er nicht ›psychisch Kranke‹, sondern gemäß seinem Verständnis neutral ›Patienten‹. Die Diagnose ›Schizophrenie‹ sei eine Pervertierung, ein unabgegrenzter Verlegenheits- und Sammelbegriff, der eine unheilbare erbbiologisch bedingte Krankheit mit Selbst- und Fremdgefährdung impliziere. Wenn jemand mit diesem Etikett belegt werde, würden Richter sie immer in diesem Sinne gegen die Betroffenen werten. Die Bezeichnung ›PsychKG (Gesetze über Hilfen für Psychisch Kranke und Schutzmaßnahmen)‹ sei eine an Hohn grenzende imagepflegende Formulierung« (Pape 1981[c], S. 3).

Unter Bezug auf das 1980 in deutscher Übersetzung erschienene Buch »Elektroschock ist keine Therapie« des US-amerikanischen Psychiaters Peter Breggin erstellte Erwin Pape im Jahr darauf seine Broschüre »Elektroschock ist keine Therapie (Breggin)«. Angelehnt an Breggins Hauptaussage verneinte Erwin Pape gleich am Anfang seines Textes den therapeutischen Charakter des Elektroschocks:

»Elektroschock ist eine Methode, mit der Psychiater ihre eigenen geistigen Defizite (und oft massive Mentalitätsdefizite) ungezielt am empfindlichsten Körperteil (dem Hirn) schwächerer Mitmenschen behandeln.« (Pape 1981[d], S. 1)

Ebenso kritisierte er zynische Versuche von Psychiatern, das Überleben dieser Behandlung als therapeutischen Erfolg zu erklären:

»Vor einem Jahr in Zusammenhang mit einer Veranstaltung mit Peter Lehmann hat mir ein Psychiatrieprofessor gesagt: ›Sie hat man aber in der Anstalt gut hingekriegt.‹ Da sagte ich: Schönen Dank, wahrscheinlich meinen Sie damit monatelange Unterbringung nackt in einer Einzelzelle auf einem Strohsack am Steinfußboden. Kein Topf für Exkremente, nichts. Mein Vorgänger war in dieser Zelle lebendig verfault. Bei dem nässten sechs Narben auf dem Rücken, wo Löcher mit fauligen Rändern waren. Ich habe drei Jahre lang 35 kg gewogen, obwohl das nach der medizinischen Wissenschaft – dieser Auffassung war jedenfalls Psychosomatik-Professor Meyer, Uni Hamburg-Eppendorf – ... obgleich dies nach der Auffassung medizinischer Wissenschaft gar nicht ging.

Man hat meinen Körper, wie gesagt, auf 35 kg reduziert über einen Verlauf von drei Jahren, man hat mich zwangsernährt: mit dem Schlauch durch die Nase, nicht nur in die Speiseröhre hinein, sondern in die Luftröhre. Folge: Lungenabszess. Mit diesem Lungenabszess hat man mich dann auf eine Tuberkulose-Station gelegt, vorhersehbar mit Tuberkulose infiziert habe. Dagegen habe ich mich gewehrt, und aus diesem Wehren hat man mich diszipliniert mit Elektroschocks bis zum Wirbelbruch, und nachdem ich dann nach sieben Jahren Anstaltsaufenthalt – natürlich ohne Anwendung dieser schönen Normvorschriften, wie es in Artikel 104 Grundgesetz oder in Ländergesetzen drin steht, keine einzige davon wurde angewandt...

Nachdem man mich also nach sieben Jahren entlassen hat mit dem Vermerk ›Aufgrund seiner Schizophrenie erwerbsunfähig‹, habe ich dann drei Tage später ein Hochschulstudium begonnen und bin aufgrund der Befürwortung meiner Hochschullehrer – nicht aus Mitleid, sondern aufgrund meiner Leistungen – öffentlich gefördert worden. Wobei ich das natürlich in einem dreieinhalbjährigen Verwaltungsgerichtsverfahren durchsetzen musste...« (Pape 1988)

Probleme hatte Erwin Pape auch mit den Begriffen ›Psyche‹ und ›Seele‹. Bei all den Milliarden unterschiedlicher Menschen von der Bestimmung einer gesunden, normalen Seele zu sprechen, hielt er für Unsinn. Ungläubige und störende Menschen würden willkürlich als krank bezeichnet und durch Kirche und Staat verfolgt:

»Noch unsinniger als die Lehre von der Existenz und Unsterblichkeit der Seele/Psyche als individueller Einheit ist die Normung von Krankheiten der Seele/Psyche mit dem Ziel, sie therapeutisch zu beeinflussen. Denn selbst wenn Seele/Psyche ein terminologisch akzeptabler Begriff wäre, gäbe es bei 4 Milliarden Menschen auf der Erde (da der Mensch kein genormtes Industrieprodukt ist und jeden Eindruck unterschiedlich wahrnimmt, verarbeitet und speichert) vier Milliarden verschiedene Seelen. (...) Während man die ›Normalen‹ (d.h. deprivierten Genormten, in ihrer Individualität Verstümmelten) als ›Gesunde‹ propagierte, diese Begriffe (normal/gesund) identisch machte und damit die meisten Bürger nötigte, sich entsprechend zu verhalten, wurden die von den gewünschten Auffassungen abweichenden Individualisten (Querulanten, Friedensapostel usw.) als erbanlagebedingt an unheilbarer Schizophrenie leidend in klinische Behandlung genommen, wobei ein Heer autoritätsgeprägter Typen aus eigenem ökonomischen Interesse (sei es die ›Facharztanerkennung‹, seien es akademische ›Erfolge‹ oder gesellschaftlicher Aufstieg) sich an die psychische Ausschlachtung (begleitet von körperlicher Deformierung und vitaler Reduzierung) dieser zu Zwangspatienten vergewaltigten Individualisten machten.« (Pape 1982[b], S. 3f.)

Engagement für eine gewaltfreie Welt

Seit Beginn der 1960er-Jahre engagierte sich Erwin Pape mit Vorträgen nicht nur für eine gewaltfreie Psychiatrie, sondern als Bundestagskandidat der Deutschen Friedensunion (DFU) auch für eine atomwaffenfreie Zone in Europa und ein Ende der militärischen Aufrüstung.

Über Jahre hinweg verteilte Erwin Pape auf Veranstaltungen seine Broschüren, Flugblätter (zum Beispiel Pape o.J.[a], 1986) und weiteres Informationsmaterial und bot Gastvorträge an. Bei der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen vom 21. bis 22. Juni 1980 in Dortmund prangerte er mit seinen Publikationen psychiatrische Menschenrechtsverletzungen an und versuchte, auf die Gefahren des psychiatrischen Krankheitsbegriffs, der Zwangsunterbringung und insbesondere des Elektroschocks aufmerksam machen zu machen, fand allerdings bei dieser Partei kein Gehör.

Anfang der 1980er-Jahre trat er dem schleswig-holsteinischen Landesverband der Deutschen Gesellschaft für soziale Psychiatrie e.V. (DGSP) bei und wurde in dessen Vorstand gewählt. Allerdings behielt er ein kritisches Verhältnis zu diesem Interessenverband sozialpsychiatrisch Tätiger. Dies wurde nach einer Tagung deutlich, zu der die Bundesarbeitsgemeinschaft Gesundheit und Soziales der Partei Die Grünen für den 30. November bis 2. Dezember 1984 Organisationen und Personen sowohl aus dem DGSP- wie auch dem antipsychiatrischen Spektrum eingeladen hatte, darunter auch ihn. Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer hatten sich nach langen Diskussionen am 2. Dezember 1984, dem Ende der Tagung, auf die Forderung unter anderem nach einem Verbot psychiatrischer Zwangsbehandlung sowie einem sofortigen totalen Verbot von Elektroschocks geeinigt (Opielka 1985). Allerdings habe Michael Opielka, seinerzeit gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen, diese Veranstaltung umgehend in einer Mitteilung vom 4. Dezember 1984 »An die Vertreter/innen Presse, an die Fachverbände und Initiativen im psychosozialen Bereich, an die Redaktionen sozialpolitischer Fachzeitschriften« auch im DGSP-Rundbrief 2/1985 diffamiert; wegen einer »äußerst angespannten und aggressiven Tagungsatmosphäre« (zitiert nach Pape 1985[a]) habe man Standpunkte überhaupt nicht einbringen können (siehe auch Pape 1985[b]).

Als Reaktion auf Pläne des Bundeswehr-Oberstarztes a.D. Rudolph Brickenstein, im Kriegsfall sogenannte Panikpersonen in Speziallager abzusondern, und auf die Einlagerung von zweieinhalb Millionen Einzeldosen des Benzodiazepin-Tranquilizers Diazepam (Valium) und des Neuroleptikums Haloperidol (Haldol) durch das Bundesinnenministerium im Sommer 1982 zur Ruhigstellung möglicher ›Panikpersonen‹ gründete Erwin Pape sein »Unabhängiges Institut für Friedenspädagogik und Menschenrechte«. Er erinnerte daran, dass sich der Begriff der ›Panikpersonen‹ nicht auf psychisch gestörte Störer begrenze, sondern auch Pazifisten und Liedermacher einschließe, die angesehene politische, militärische und wirtschaftliche Führungspersönlichkeiten diskreditieren würden. Gleichzeitig kritisierte er Vorschläge von Bundeswehrärzten, Offiziere periodisch auf Geisteskrankheiten untersuchen zu lassen, und ließ sich über als normal und als psychisch krank geltende Militärs aus (Pape 1989[b]).

Im letzten Satz seiner letzten vorliegenden schriftlichen Äußerung brachte Erwin Pape seine Erfahrung auf den Punkt, die er mit titelgeschmückten Mitgliedern der Ärzteschaft im öffentlichen Gesundheitswesen gemacht hatte:

»Alle Medizinalgrade sind in Konvention (der allgemeinen Übung folgend) bestrebt, den Patienten geistig abzuqualifizieren und zu entmündigen (pathologisch-autoritäres System) – genau diametral das Gegenteil von der therapeutisch notwendigen Kommunikation!« (Pape 1989[a], S. 12)

Gedenken an Erwin Pape

Erwin Pape repräsentiert eine Stimme, die im psychiatriediskursiven Diskurs der Zeit nahezu nie zu Wort kam: die der unmittelbar Betroffenen. Seine Leidenserfahrung von über 100 Elektroschocks verlieh seiner Kritik ein besonderes Gewicht und eine Authentizität, die über rein wissenschaftliche oder politische Analysen hinausging. Er nutzte seine Biographie, um einen grundlegenden Wandel der Psychiatrie zu fordern und war Pionier einer Bewegung, die seit den 1970er-Jahren die Öffentlichkeit für die Rechte und die Würde von Menschen mit psychiatrischen Problemen und Diagnosen zu sensibilisieren versucht.

»Der kleine Kreis des damaligen Landesvorstandes Anfang der 80er-Jahre wird die engagierte Mitarbeit von Erwin Pape, die persönliche Begegnung mit ihm in guter Erinnerung haben, auch wenn es oft schwierig war, mit ihm zusammenzuarbeiten. Es gab für ihn kein keine Tabus...«,

so Peter Wulf 1990 in seinem Nachruf in Namen der DGSP e.V. und ihres Landesverbands Schleswig-Holstein. Man sei um einen bunten Punkt ärmer geworden. Erwin Pape habe über viele Jahre hinweg in seiner unverwechselbaren Manier insbesondere gegen die Anwendung von Elektroschocks mit guten und kompetenten Argumenten gestritten und auf die Gefahren und Inhumanität dieser Methode hingewiesen:

»Wir haben mit Erwin Pape einen der ganz wenigen wirklich radikalen Psychiatrie-Kritiker im Lande verloren, einen Mitstreiter, der aus seiner eigenen Betroffenheit heraus stets einen kompromisslosen Kampf gegen die etablierte Psychiatrie mit ihren Apparatschicks innerhalb und außerhalb der Landeskrankenhäuser geführt hat.« (Wulf 1990)

In seinem Grußwort im Namen des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener e.V. zum Festakt »25 Jahre Psychiatrie-Enquete – Bilanz und Perspektiven der Psychiatrie-Reform« am 21. November 2000 in Bonn erinnerte Peter Lehmann an Erwin Pape:

»Sehr geehrte Frau Ministerin, sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Damen und Herren,
als die Psychiatrie-Enquete erstellt wurde, gab es noch keinen Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener. Aktiv damals waren nur Einzelkämpfer. Heute, wo so viele Rückbesinnungen unternommen werden, möchte auch ich erinnern, und zwar an Erwin Pape, einen meiner Lehrer. Ich hatte ihn 1980 kennengelernt. Mit seiner humanistischen Gesinnung und seiner Absage an die Zwangspsychiatrie beeinflusste er mein weiteres Wirken wesentlich. Erwin Pape war in den 1950er-Jahren über 100mal elektrogeschockt worden und hatte sich hinterher trotz seiner behandlungsbedingten Hirnschädigungen für die Rechte und Interessen von Psychiatriebetroffenen eingesetzt. Leider starb er Ende der 1980er-Jahre. Würde er noch leben, wäre er sicher beim BPE in kompetenter Weise gegen die sich wieder häufende Verabreichung des barbarischen Elektroschocks aktiv.« (Lehmann 2000, S. 167)

Fußnote

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Artikel 104, Absatz 1: »Die Freiheit der Person kann nur auf Grund eines förmlichen Gesetzes und nur unter Beachtung der darin vorgeschriebenen Formen beschränkt werden. Festgehaltene Personen dürfen weder seelisch noch körperlich misshandelt werden.« (www.gesetze-im-internet.de/gg/art_104.html] Pfeil nach oben

Anmerkungen

Die kursiv gesetzten Erläuterungen in Klammern stammen von Peter Lehmann. Alle Internetzugriffe erfolgten am 11. August 2026.

Quellen

  • Breggin, Peter R. (1980): »Elektroschock ist keine Therapie«. München, Wien & Baltimore: Verlag Urban & Schwarzenberg

  • Goffman, Erwing (1972): »Asyle – Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen«. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag

  • Lehmann, Peter (2000): »Grußwort des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener zum Festakt ›25 Jahre Psychiatrie-Enquete – Bilanz und Perspektiven der Psychiatrie-Reform‹ am 21. November 2000 in Bonn im Wasserwerk (ehemaliger Plenarsaal des Deutschen Bundestages)« (S. 167-170). In: Susanne Spieker, »Bedarf oder Bedürfnis?! Alternative (zur) Psychiatrie«. Berlin: Edition Libera im Peter Lehmann Antipsychiatrieverlag. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/document/grusswort-25.pdf. E-Book Neuausgabe im Antipsychiatrieverlag (Wuppertal & Lancaster) 2026. Online-Information siehe www.antipsychiatrieverlag.de/shop/Susanne-Spieker-Bedarf-oder-Bedurfnis-Alternative-zur-Psychiatrie-2026-PDF-E-Book-p845165775/ / Und unter dem Titel »Grußwort des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener« (S. 44-47) in: Aktion Psychisch Kranke (Hg.), »25 Jahre Psychiatrie-Enquete«. Band 1. Bonn: Psychiatrieverlag 2001. Online-Ressoure www.peter-lehmann.de/artikel/reform/pdf/25-enquete.pdf

  • Opielka, Michael (1985): »Die Zukunft der psychosozialen Versorgung«. In: DGSP-Rundbrief (Walldorf), 9. Jg., Heft 28, S. 5-7. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/reform/pdf/opielka.pdf

  • Pape, Erwin (ohne Jahresangabe [a]): Auf Veranstaltungen verteiltes Informationsmaterial, Auswahl. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/recht/pdf/pape-infos.pdf

  • Pape, Erwin (ohne Jahresangabe[b]): »Seele/Psyche und Psychiatrie als politisches und militärisches Instrument«. Unveröffentlichtes Manuskript

  • Pape, Erwin (ohne Jahresangabe [c]): »Autoritätsgeprägtheit – die Krankheit der Deutschen«. Unveröffentlichtes Manuskript

  • Pape, Erwin (1972): »Die westdeutsche Psychiatrische Anstalt als totale Institution«. Broschüre. Westerstede & Oldenburg: Erwin Pape Selbstverlag. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/recht/pdf/pape-anstalt.pdf

  • Pape, Erwin (1979): »Anna Weiss und der psychiatrische Holocaust«. Broschüre. Sierksdorf: Erwin Pape Selbstverlag

  • Pape, Erwin (1980): »Es war psychiatrischer Massenmord« (S. 45-46). In: Klaus Dörner, Christiane Haerlin, Veronika Rau, Renate Schernus & Arnd Schwendy (Hg.): »Der Krieg gegen die psychisch Kranken. Nach ›Holocaust‹: Erkennen – Trauern – Begegnen«. Bonn: Psychiatrieverlag. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/geschichte/pdf/pape-massenmord.pdf

  • Pape, Erwin (1981[a]): »Selbstdarstellung: Der BRD-Rechtsstaat und ich« (S. 170-176). In: Jahrbuch für Psychopathologie und Psychotherapie. Köln: Pahl-Rugenstein Verlag. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/biographien/pdf/pape_rechtsstaat.pdf

  • Pape, Erwin (1981[b]): »Verwahrungsrecht«. In: Türspalt – Psychiatriezeitung (München), Heft 3

  • Pape, Erwin (Juni 1981[c]): »Verwahrungsrecht«. Manuskript mit den Anhängen »Allgemeine Gerichtsordnung der Preußischen Staaten« von 1795, Teil 1, 38. Titel, »Niedersächsisches Psychisch-Kranken-Gesetz – ein Werk ›geisteskranker Gewaltverbrecher?‹« und »Aufruf in der Kreuz-Zeitung vom 9. Juli 1892«. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/recht/pdf/pape-verwahrungsrecht.pdf

  • Pape, Erwin (1981[d]): »Elektroschock ist keine Therapie (Breggin)«. Broschüre. Sierksdorf: Erwin Pape Selbstverlag. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/elektroschock/pdf/pape-eschock.pdf

  • Pape, Erwin (1982[a]): »Militärpsychiatrie«. In: Türspalt – Psychiatriezeitung (München), Heft 8, S. 26-28. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/geschichte/pdf/pape-militaer.pdf

  • Pape, Erwin (1982[b]): »Pazifistische Psychiatrie zwecks Menschenwürde«. Broschüre. Sierksdorf: Erwin Pape Selbstverlag. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/recht/pdf/pape-pazifistische.pdf

  • Pape, Erwin (1985[a]): »Opielka hintertreibt Berliner Thesen«. Unveröffentlichter Text. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/images/fapi/opielka-pape.jpg

  • Pape, Erwin (20. Juni 1985[b]): »Btr: Psychosoziale AG und ›Faschistisches Gedankengut‹«. Kritischer und unveröffentlichter Leserbrief an den Lübecker Merkur über dessen Bericht »Faschistisches Gedankengut. Provokativ formulierte Gesprächsgrundlage – Widerstand gegen Reformvorschläge« vom 18. Juni 1985 zum Thesenpapier »Die Zukunft der psychosozialen Versorgung« der Bundes-Arbeitsgemeinschaft »Soziales und Gesundheit« der Grünen. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/reform/pdf/pape-faschistisch.pdf

  • Pape, Erwin (1986): »Morgen kann es Dir so ergehen«. Flugblatt. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/recht/pdf/pape-morgen.pdf

  • Pape, Erwin (26. September 1988): »Elektroschock: gestern und heute«. Einführungsreferat in das von Peter Lehmann für die Irren-Offensive e.V. (Berlin) und das Center for the Study of Psychiatry (Bethesda, Maryland [USA]) organisierte unabhängige Symposium »NS-Psychiatrie, Elektroschock, Psychopharmaka und Psychoanalyse: Lehren für die Zukunft« (mit den weiteren Einführungsreferaten »Sozialpsychiatrie: gestern und heute« von Peter Lehmann und »Psychiatrische Gewalt gegen Frauen: gestern und heute« von Tina Stöckle sowie Vorträgen von Peter R. Breggin über den Zusammenhang von Holocaust und psychiatrischer Ideologie & Praxis und von Jeffrey M. Masson über die Gefahren der Psychotherapie & Psychoanalyse). Moderation: Hubertus Rolshoven. Technische Universität Berlin. Online-Ressource https://vimeo.com/1217344112

  • Pape, Erwin (1989[a]): »Hirnoperation in der sogenannten Medizinischen Universität Lübeck«. Unveröffentlichtes Manuskript, samt Ergänzung vom 10. Oktober 1989. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/biographien/pdf/pape-hirn.pdf

  • Pape, Erwin (November 1989[b]): »Rezepte aus der Küche Brickenstein«. Unveröffentlichtes Manuskript. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/recht/pdf/pape-rezepte.pdf

  • Wulf, Peter (1990): »Nachruf auf Erwin Pape«. In: Soziale Psychiatrie (Walldorf), 14. Jg., Heft 48, S. 42. Online-Ressource www.peter-lehmann.de/artikel/biographien/pdf/pape-nachruf.pdf