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Peter Lehmann
2. Juli 2026

Peter Lehmann
 

Peter Lehmann

Der moderne Elektroschock. Wirkungsweise, Risiken, Schäden, Alternativen

Peter LehmannWuppertal & Lancaster: Antipsychiatrieverlag · lieferbar Ende 2026

Gedruckte Buchausgabe · ca. € 24.90 · Preis in sFr · ISBN 978-3-910546-27-1

PDF eBook  ·  ca. € 19.99 · Preis in sFr  · ISBN 978-3-910546-28-8

ePUB eBook  ·  ca. € 19.99 · Preis in sFr  · ISBN 978-3-910546-29-5

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Über das Buch

Wer sich eine eigene Meinung zu Elektroschocks (auch Elektrokonvulsionstherapie, Elektrokrampftherapie oder EKT genannt) bilden will, sollte dieses Buch lesen. Es bietet verständliche und wissenschaftlich belegte Informationen über die modernen Varianten des Elektroschocks, seine Wirkungsweise, Risiken, Schäden und Alternativen.

Besonders häufig setzen psychiatrisch Tätige bei Frauen und älteren Menschen Serien von Stromstößen gegen das Gehirn ein. Mit den dadurch ausgelösten epileptischen Krampfanfällen sollen psychische Probleme behandelt werden. Man greift auch deshalb verstärkt auf den Elektroschock zurück, weil psychopharmakabedingte Behandlungsresistenzen zunehmen.

Dabei ist diese Behandlungsmethode mit ihren von Herstellerfirmen eingestandenen Risiken, insbesondere »verheerenden kognitiven Folgen« und bleibenden Gedächtnisschäden, hoch umstritten.

Aktuell will die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapie und Psychosomatik e.V. (DGPPN), der Interessenverband der Psychiaterschaft, das Recht auf Verabreichung von Elektroschocks gegen den Willen von Betroffenen durchsetzen – einschließlich sogenannte Erhaltungs-EKT, das heißt alle paar Wochen nach der Klinikentlassung einen Elektroschock. Parallel dazu wertschätzt die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP), der Interessenverband sozialpsychiatrisch Tätiger, gar Hochdosis-Elektroschocks.

Inhaltsverzeichnis

Der Elektroschock und sein Zweck .....

  • Wirkungsweise .....

  • Moderne Technik und Modifikation .....

  • Indikationen .....

  • Weitere Faktoren für die Verabreichung .....

  • Ansprechrate .....

  • Kontraindikationen .....

Unerwünschte Wirkungen des Elektroschocks .....

  • Kognitive Störungen und Gedächtnisverlust .....

  • Weitere neurologische Störungen .....

  • Verwirrtheit, Delir und Suizidalität .....

  • Herz- und Kreislaufstörungen .....

  • Weitere Organstörungen .....

  • Schwangerschaftsschäden .....

  • Probleme beim Beenden von Elektroschockserien .....

  • Lebensgefährliche Schäden .....

Aufklärung, Diskussionen und Kritik .....

  • Aufklärung über Risiken und Alternativen .....

  • Diskussionen pro und contra .....

  • Elektroschock und Psychosoziale Patientenverfügung .....

Fazit .....

Anmerkungen .....

Quellen .....

Einleitung

Wer denkt, der Elektroschock gehöre in die graue Zeit der Psychiatrievergangenheit, hat sich getäuscht. Psychiaterverbände in Deutschland, Südtirol (Italien), Österreich und der Schweiz riefen 2012 dazu auf, flächendeckend Elektroschockapparate anzuschaffen und konsequent, vorbeugend und kontinuierlich Elektroschocks zu verabreichen. Laut einer Statistik im Stern im März 2019 wurden 2016 in Deutschland 5700 Menschen Elektroschocks verabreicht, siebenmal mehr als vor 40 Jahren. In der Schweiz verzehnfachte sich die Elektroschockrate von 2007 bis 2010. Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass sich die Situation in Österreich anders gestaltet.

Im deutschsprachigen Raum werden derzeit die Elektroschockapparate Thymatron® und spECTrum™ eingesetzt. Produziert werden sie von den US-amerikanischen Firmen Somatics LLC bzw. Mecta Corporation. Sie sind mit einem modernen Design einschließlich LCD/Touchscreen ausgestattet und computergesteuert. Die Wirkungsweise des Elektroschocks – die Auslösung eines großen epileptischen Anfalls – ist allerdings unverändert.

Heutige Anwender des Elektroschocks bevorzugen durchweg moderne Begriffe wie »Elektrokrampftherapie (EKT)«, »elektrische Durchflutungstherapie«, »Elektrokonvulsionstherapie«, »Elektrostimulation« oder »Schlaftherapie«. Hersteller und Vertriebsfirmen benutzen in ihren Produktbeschreibungen und Gebrauchsanleitungen nach wie vor auch den eingeführten und allgemein bekannten Begriff »Elektroschock«.

Mit der »Stimulation«, das heißt dem Elektroschock, lösen Psychiater die beabsichtigten epileptischen Anfälle aus, vorwiegend bei Menschen mit sogenannten behandlungsresistenten Depressionen und Psychosen, bei Frauen und älteren Menschen. Mit den in Serien ausgelösten Hirnkrämpfen sollen ernsthafte psychische Probleme gelindert oder gelöst werden.

In ihren an Psychiater gerichteten Produktbeschreibungen sprechen Hersteller von »verheerenden kognitiven Folgen«. Mit »kognitiv« meint man Funktionen, die mit Wahrnehmung, Denken, Wissen und Lernen verbunden sind. Aufmerksamkeit, Erinnerung, Kreativität, Planen, Orientierung, Vorstellungskraft und Wille zählen ebenfalls zu den kognitiven Fähigkeiten. Auf diese erheblichen Risiken weisen Psychiater vor der Verabreichung von Elektroschocks nicht hin.

Über den Autor

Peter LehmannPeter Lehmann, Dr. phil. h.c., Dipl.-Pädagoge. Sozialwissenschaftler und Autor, lebt in Berlin. 1987 Gründungs- und seither Vorstandsmitglied von PSYCHEX (Schweiz). Bis 2010 langjähriges Vorstandsmitglied des Europäischen Netzwerks von Psychiatriebetroffenen (ENUSP). Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Partner des International Institute for Withdrawal of Psychiatric Drugs (Internationales Institut zum Absetzen von Psychopharmaka).
2010 Verleihung der Ehrendoktorwürde in Anerkennung des »außerordentlichen wissenschaftlichen und humanitären Beitrags für die Durchsetzung der Rechte Psychiatriebetroffener« durch die Aristoteles-Universität Thessaloniki. 2011 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.
Weitere Buchpublikationen: Humanistische Antipsychiatrie. Texte aus 45 Jahren (2025; eBook 2026); Psychopharmaka reduzieren und absetzen. Praxiskonzepte für Fachkräfte, Betroffene, Angehörige (2024, hg. gemeinsam mit Craig Newnes; eBook 2024); Neue Antidepressiva, atypische Neuroleptika – Risiken, Placebo-Effekte, Niedrigdosierung und Alternativen. Mit einem Exkurs zur Wiederkehr des Elektroschocks (2017, gemeinsam mit Volkmar Aderhold, Marc Rufer und Josef Zehentbauer, eBook 2026); Statt Psychiatrie 2 (2007, hg. gemeinsam mit Peter Stastny, eBook 2026); Psychopharmaka absetzen – Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Phasenprophylaktika, Ritalin und Tranquilizern (1998; 5. Aufl. 2019, eBook 2026); Schöne neue Psychiatrie – Band 1: Wie Chemie und Strom auf Geist und Psyche wirken, Band 2: Wie Psychopharmaka den Körper verändern (1996; eBooks 2026); Der chemische Knebel – Warum Psychiater Neuroleptika verabreichen (1986; 6. Aufl. 2010; PDF eBook 2026) u.v.m.
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