Über humanistische Antipsychiatrie
Humanistische Antipsychiatrie ist eine undogmatische und humanistische
Philosophie und Bewegung. Das griechische "Anti"
bedeutet mehr als einfach nur "gegen". Es heißt
auch "alternativ", "gegenüber" oder "unabhängig".
Freunde
der Zwangspsychiatrie und Pharmaindustrie stehen deshalb
der modernen,
nutzergetragenen humanistischen Antipsychiatrie besonders
erbittert gegenüber.
Humanistische Antipsychiatrie ist von Widerspruchsgeist und
der grundlegenden Erkenntnis erfüllt, dass
- die Psychiatrie als medizinische (und naturwissenschaftliche)
Disziplin dem Anspruch, psychische Probleme überwiegend
sozialer Natur zu lösen, nicht gerecht werden kann,
- ihre Gewaltbereitschaft und -anwendung eine Bedrohung
darstellt und
- ihre Diagnostik den Blick auf die wirklichen Probleme
des einzelnen Menschen in der Gesellschaft verstellt.
Deshalb bedeutet humanistische Antipsychiatrie, sich zu engagieren
für
- den Aufbau angemessener und wirksamer Hilfe für Menschen
in psychosozialer Not,
- ihre rechtliche
Gleichstellung mit normalen Kranken,
- ihre Organisierung und die Zusammenarbeit mit anderen
Menschenrechts- oder Selbsthilfegruppen,
- die Unterstützung beim selbstbestimmten Absetzen
psychiatrischer Psychopharmaka und die Verwendung alternativer
psychotroper, das heißt die Psyche beeinflussender,
und weniger giftiger Substanzen,
- das Verbot des Elektroschocks,
- neue Formen des Lebens mit Verrücktheit und Andersartigkeit
sowie
- Toleranz, Respekt und Wertschätzung von Vielfalt auf
allen Ebenen des Lebens.
| zuletzt aktualisiert am
23. April 2012 |
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